Erste Begeisterung

Von Sonnenstrahlen geweckt wähnte ich mich in Sicherheit: Absolutes Traumwetter! Also nicht lange gezögert, zusammengepackt und ab auf die Straße. Ziel: der Lysefjord. Nach zweimaligem Verfahren in Kristiansand war ich schnell auf der B9, die entlang vieler schöner Seen und Fjorde in Richtung Norden führt. Bei Nomeland ging es dann nach Westen, runter von der großen Straße – und schon nach wenigen Kurven wurde aus der grünen Landschaft eine Schnee- und Eiswelt. Links und rechts der Straße bis zu 6m hohe Schneewände, die Straße selbst zwar stellenweise nass, aber zum Glück schneefrei. Wenige Höhenmeter, dafür einige sehr spannende Kilometer weiter, kam ich wieder in ein sommerlich grünes Tal.

Schneewände (ca. 3m hoch)

Gegen 17Uhr war ich am einzigen Campingplatz an diesem Ende des Fjords angelangt. Nun wollte ich nicht viel Zeit verlieren, habe mein Zelt (nah am Wasserfall) aufgestellt und mich wieder aufs Motorrad gesetzt – der Kjeragbolten lag in der Nähe, und da es erst sehr spät dunkel werden würde, wollte ich diesen noch heute erreichen.

ein rauschender Wasserfall direkt am Platz

Dies stellte sich jedoch als schwieriger heraus, als ich zunächst dachte. Für den Hike werden insgesamt ca. 4 Stunden angesetzt, bei sommerlichen Verhältnissen – es lagen jedoch noch gut 50cm Schnee, durch die ich mit beinahe jedem Schritt stapfen musste. Außerdem hatte ich zuviel unnötiges Gepäck in meinem Rucksack, was den Marsch nicht leichter machte. Etwa auf der Hälfte des Weges, ich wollte schon fast umkehren, lernte ich glücklicherweise Nilo kennen.

atemberaubender Blick über die Hochebene

Nilo kommt aus Magdeburg, hat aber viele Jahre in den Staaten gelebt, die meiste Zeit davon unter Indianern. Da der Fels nicht sehr leicht erkennbar ist und nurnoch wenige Menschen vor Ort waren, gingen wir zuerst am Kjeragbolten vorbei. Von einer Bergspitze entdeckten wir ihn dann und machten uns nach einer kurzen Pause vor Ort auf den Rückweg.

Richard auf dem Kjeragbolten

Dieser war noch anspruchsvoller als der Hinweg, denn mit der leichten Dämmerung kam die Kälte. Der Weg war nicht mehr gut zu sehen, außerdem hatte ich zuwenig gegessen, weshalb meine Oberschenkel bei jedem Anstieg krampften. Wir erreichten den Startpunkt des Hikes nach sehr anstrengenden 2 Stunden und ich nahm Nilo auf dem Motorrad mit zum Campingplatz.

Zur Stärkung spendierte er eine Suppe, zum Dank und auf den Schrecken gab ich zwei Runden Bier aus.
Für die nächsten Hikes nahm ich mir vor, mich im Vorfeld gut zu stärken, genügend Proviant mitzunehmen und ansonsten nur das Nötigste bei mir zu tragen. Um meine Muskeln etwas zu schonen plante ich für den nächsten Tag nicht viel ein.

KM-Stand: 46.734
Route: Kristiansand – 9 bis Nomeland – Lysebotn

(Route ließ sich mit GoogleMaps nicht abbilden)

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