Wieder ein Tag ohne weite Fahrt – dafür aber viel Wanderweg. Ich bin tatsächlich wieder um 5 Uhr morgens aufgestanden, habe mich aufs Motorrad gesetzt und bin zum Trail gefahren. Um kurz nach 6 war ich einer von zwei Menschen, die sich auf den Weg zur Trollzunge machten und lief auch die gesamte Strecke allein durch den Schnee – lediglich ein norwegisches Paar mit Hund kam mir entgegen. Sie mussten umkehren, weil das Tier sich am gefrorenen Schnee die Pfoten verletzte.

absolute Ruhe und Einsamkeit in der Hochebene
Wie schon beim Preikestolen schmerzten meine Beine bereits nach kurzer Zeit. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit die 2km-Marke erreichte, wollte ich beinahe schon umkehren – doch da meldete sich wieder mein Kampfgeist. Ich konnte nicht zurückkommen, ohne dort oben gestanden zu haben – also biss ich mich durch, nach einiger Zeit waren die Muskeln auch warm und es lief sich deutlich besser durch den tiefen Schnee. Es machte sich bezahlt, dass ich beim Gepäck aufs Gewicht geachtet hatte, außerdem gab es sowieso frisches Trinkwasser an jeder Ecke.
Nach drei Stunden und 15 Minuten hatte ich den begehrten Ort endlich erreicht und wurde von einer unfassbaren Aussicht überwältigt. Lediglich vier Menschen hielten sich oben auf, drei davon hatten auf halbem Weg ihre Zelte aufgeschlagen. Nach einer Stärkung und natürlich vielen Fotos machte ich mich dann nach einer guten Stunde wieder an den Rückweg, auf dem mir erneut die Massen entgegenkamen – allesamt verwundert, ob ich wohl aufgegeben hätte und wie weit es noch sei.

mit allem Mut bis zur Kante vorgegangen
Der Abstieg wurde jedoch auch schwerer, als ich gedacht hätte. Nach dem Hinweg von 11km und 900 Höhenmetern wollten meine Beine mich nicht mehr so recht tragen, und ich musste oft halten um mich auszuruhen. Etwa drei Stunden später lag ich vor meinem Motorrad auf dem Boden – denn aufsteigen konnte ich nicht! Ich hatte es gerade so geschafft, mich von meinen vollgeschwitzten Klamotten zu befreien und mich hinzulegen. Zehn Minuten Pause brauchte ich, bevor ich den neuen „Aufstieg“ wagen konnte, da mir alles weh tat. Das änderte sich auch nach einer ausgiebigen Dusche am Campingplatz nicht und ich verschwand ungewöhnlich früh ins Zelt.

platt, aber glücklich!
KM-Stand: 48.588
Route: Odda – Skyggedal – Odda
