Eigentlich wollte ich um 6 Uhr aufstehen, doch ich war schon um 5Uhr morgens wach. Also habe ich nicht lange gezögert und mich direkt auf den Weg gemacht. Etwa 10km musste ich fahren, bis ich meinen Hike starten konnte.
Der erste Teil sollte der schlimmste sein, und schon nach 500m bergauf gehen taten meine Beine weh. Mental schon fast zur Umkehr entschlossen, fand ich meinen Kampfgeist und versuchte, mich zu motivieren. Ich ließ drei andere Wanderer hinter mir und genoss es, alleine durch diese nahezu unberührte Natur zu gehen.

eine der vielen Hochebenen auf dem Weg
Kurz vorm Ziel traf ich dann doch noch einen Menschen – Keith, aus Kanada war mit T-Shirt und Shorts noch vor mir aufgebrochen. Nach wenigen Worten entschlossen wir, zusammen den restlichen Weg zu gehen und die Ersten zu sein – doch daraus wurde nichts, denn zwei Jungs aus New York hatten oben auf dem Plateau gezeltet und wurden bei unserer Ankunft wach.

Pause auf dem Preikestolen
Wieder nutzte ich die Aussicht für eine Pause und einige Fotos an einer 604m hohen Steilkante, die leider das Gefühl des Moments nicht beschreiben können. Nach etwa einer halben Stunde machte ich mich auf den Rückweg, da die ersten Touristen schon ankamen und die private Atmosphäre störten. Je näher ich dem Parkplatz kam, desto mehr Touristen aller Altersgruppen kamen mir entgegen – bei manchen fragte ich mich, wie sie überhaupt dort hinauf kommen konnten, so schlecht waren sie zu Fuß.

604 sehr spürbare Höhenmeter
Zurück am Campingplatz packte ich schnell meine Sachen zusammen und setzte mich wieder aufs Motorrad. Mein Tagesziel sollte Odda sein, der Weg dorthin war abwechslungsreich zwischen Küsten- und Bergoptik – jedoch leider oft durch lange Tunneldurchfahrten unterbrochen.

Rast zwischen Fjord und Straße
Es blieb bedeckt und wurde kühl, aber immernoch trocken. Ein wenig Schnee lag hier und dort am Straßenrand, doch der Zauber fehlte. Dies schlug sich wohl auf mein Gemüt aus, denn auf dem Campingplatz in Odda angekommen war ich weder sonderlich motiviert, noch fühlte ich mich wirklich wohl.
Eigentlich wollte ich am nächsten Tag den dritten Hike – zur Trolltunga – starten, doch das Wetter spielte nicht mit. Auf dem Weg läge noch so viel Schnee, dass allen vom Ausflug abgeraten werde, sagte mir eine Norwegerin aus der Gegend. Außerdem fühlte ich mich nicht fit genug für acht bis zehn Stunden Wandertour.

abendliches Entspannen am Fjord
Also entschloss ich, Trolltunga auf den Rückweg zu verschieben und am nächsten Tag etwas mehr Strecke zu machen. In meinem Reisetagebuch versuchte ich noch, mich zu motivieren, plante die Route für den nächsten Tag und legte mich dann bald wieder ins Zelt.
KM-Stand: 47.014
Route: Preikestolen – 13 – Odda
