Vorbereitungen

Aufgrund von Zeit- und Geldmangel meiner Motorradfreunde würde dies meine erste größere Tour alleine werden, also musste ich die gesamte Planung selbst übernehmen, wo man sich sonst die Bereiche teilte.

Die wohl meisten Gedanken machte ich mir im Vorfeld über die Anreise. Von der „Opelstadt“ Rüsselsheim, die zwischen Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt am Main liegt, ist es ein gutes Stück bis nach Norwegen.

Einen Autobahnplatten wollte ich vermeiden, aber auch eine mehrtägige Reise über deutschlands Landstraßen war aufgrund der Zeit nicht drin. Drei Wochen waren für die Tour angesetzt, davon wollte ich möglichst viel Zeit in Norwegen verbringen. Alle, die schoneinmal dort waren, sagten mir, man müsse für die Strecken dort viel Zeit einplanen – und so kam es (auch wenn ich das im Vorfeld nicht glauben wollte!)

In Deutschland & den Alpen sind Tagestouren von 300-400km für mich kein Problem. In Norwegen hingegen, besonders je weiter man in den Norden kommt, braucht man für 250km schonmal 6 Stunden. Wer also vor hat, dorthin zu fahren, nimmt besser viel Zeit mit.

Für die Anreise stand also fest, dass ich in einem Tag nach Norddeutschland oder sogar Dänemark kommen wollte. Da es keinen Autozug in diese Richtung gibt, gab es also nach einigen Überlegungen folgende Möglichkeiten:

Sprinter / Kleintransporter mieten & dort abgeben
• PKW + Anhänger mieten & dort abgeben / abstellen
• von einem anderen mit Sprinter / KT fahren lassen

Die Vermietungen waren recht teuer, einen Anhänger (+ Fahrzeug) irgendwo drei Wochen lang stehen lassen erschien mir auch keine sonderlich gute Idee zu sein. Ich wollte zwar damals schon einen Anhänger kaufen, jedoch war es finanziell & auch von der Planung her noch nicht soweit. Aber wer würde mich fahren?

Hier machte es sich wieder bezahlt, die richtigen Leute zu kennen. Zu meinem größten Glück hatte ein Kumpel Zeit dafür – und gerade sogar einen VW T5 gekauft. Rampen zum Verladen bekam ich von einem Kollegen geliehen, also war alles abgemacht.
(An dieser Stelle nochmal ein dickes DANKE Niklas!)

Also war der Transport geklärt, und es ging ans Eingemachte.

Da Niklas die Strecke noch am gleichen Tag zurückfahren würde, fiel das Ziel auf Flensburg – kurz vor der dänischen Grenze und noch zumutbar für eine Rückfahrt.

Nun ging es also darum, eine Route zu erstellen. Ich informierte mich hauptsächlich bei meinen Eltern und einem Bekannten, der öfter nach Norwegen fährt. Ich wollte den Motorradurlaub mit Wanderungen zu sehenswerten Orten kombinieren, also fielen schnell die Namen Preikestolen, Trolltunga und Kjeragbolten.
Außerdem wollte ich endlich einen Skydive hinter mich bringen, einen weiteren Bungee-Jump machen sowie die berühmte Atlantikstraße sehen.

In Zeiten des Internets waren solche Orte schnell gefunden, und diese lagen sogar mehr oder weniger nah beieinander.
Also war der grobe Plan, von Süden her nach Westen die Küste entlang zu fahren und an den Fjorden ins Landesinnere vorzustoßen. Als nördlichster Punkt war die Atlantikstraße gesetzt, also bis ca. nach Kristiansund.
„Kristiansand bis Kristiansund“, auch noch leicht zu merken..

Was das Gepäck angeht erging es mir die letzten Jahre so, wie vermutlich den meisten Motorradfahrern – man hat immer zuviel Gepäck, und an den falschen Sachen mangelt es. Als Camper lebt man in Norwegen relativ günstig, da man prinzipiell auch wild campen darf. Gaskocher und entsprechendes Geschirr nahm ich nicht mit, denn auf fast allen Campingplätzen kann man eine gemeinsame Küche mitbenutzen. Zum Kochen brauchte ich also nur Pfanne, BW-Besteck und ein Spültuch.

Was die Kleidung angeht bin ich froh, mich auf kalte Temperaturen eingestellt zu haben. So lag im Juni auf den Pässen noch viel Schnee, und auch im Tal waren es nachts teilweise nur 2-3°C. Generell würde ich sagen: lieber etwas zu warm eingepackt, als jede Nacht zu frieren.

Ansonsten war nicht sonderlich viel zu beachten. Tankstellen gibt es in den südlichen Regionen zwar nicht ganz so viele wie bei uns, aber immernoch genügend. Für mein Motorrad reichte mir mein Bordwerkzeug und Kettenspray, ein wenig Platz für Verpflegung und Kameras, das musste reichen. Mit Karten, Zelt und Schlafsachen kam ich dennoch auf ein beachtliches Gepäck von mittlerer und großer Packrolle + Tankrucksack. Wichtigstes Gepäckstück: Der Regenkombi (immer Griffbereit!). Im besten Falle ein passender…

Außerdem dabei, wie bei jeder Motorradfahrt:
Ein eingeschweißter Zettel, auf dem (deutsch, englisch und in Landessprache!) Namen, Infos und Telefonnummern von mir und den denjenigen, die im Falle eines Falles zu kontaktieren sind, stehen. Diesen Zettel will man zwar nie brauchen, doch er macht sicher einiges einfacher, wenn sowieso schon alles schwer ist.

Soweit die Theorie, und wie jeder weiß, kommt der Tag der Abreise erst nur sehr schleichend näher, und ganz plötzlich und unerwartet wird es richtig erntst..

Startpunkt der Tour: Zuhause, Rüsselsheim am Main

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